Die antike Stadt Cornus

Taufkapelle von CornusCornus war eine antike von den Karthagern Endes des 6. Jhd. v. Chr. auf eine vorher existierende nuraghische Siedlung gegründete Stadt. Sie befand sich zirka 25 km von Santa Caterina di Pittinuri (Cuglieri) entfernt, auf dem Hügel Corchinas, zwischen den heutigen Orten S'Archittu und Torre del Pozzo. Das Gebiet war reich an natürlichen Ressourcen, wie fruchtbares Land, Wälder und Mineralien, und stellte das wichtigste Zentrum von Montiferru dar. Außerdem war sein Hafen eine wichtige Zwischenstation für die Seerouten, die zu dieser Zeit an Sardinien entlangführten.
Cornus ist für die sardisch-punische Revolte gegen die Römer berühmt, die von dem in der Stadt beheimateten Amsicora angeführt wurde. Zu jener Zeit hatten die Römer die Karthager besiegt und bereiteten sich darauf vor, die ganze Insel zu erobern. Cornus war die Stadt, die sich am energischsten gegen die Eroberung wehrte: Trotz alledem wurde sie nach zwei Schlachten bezwungen und entwickelte sich zu einer der wichtigsten römischen Städte der Insel. Danach, im Mittelalter, war sie eines der ersten Zentren der Insel, in denen sich das Christentum verbreitet hat. Cornus wurde verändert und entwickelte sich in zwei Zonen: die Siedlung im inneren der Stadtmauer mit Türmen auf dem Hügel Corchinas und das christliche Zentrum außerhalb der Stadtmauer im Gebiet Columbaris, wo anschließend im 4. Jahrhundert eine Begräbnisstätte  entstand. Ursprünglich scheint in diesem Gebiet ein Thermalbad gewesen zu sein, von dem es Spuren in den Ausgrabungen gibt. Es wurde eine erste Basilika gebaut, und anschließend entstand ein wichtigerer Komplex, bestehend aus einer anderen Basilika, der Taufkapelle und einem Gebäude, das wahrscheinlich der bischöfliche Palast darstellte. Hier befand sich, den Experten zu Folge, der Diözesansitz. Der Komplex wurde nach dem 10. Jahrhundert verlassen.
Heute bleiben uns vom punischen Cornus Reste der antiken Stadtmauer, Gräber und Reste von materialistischer Kultur, von der römischen Zeit sind uns Spuren des Aquäduktes und Gräber, drei Grabinschriften und zwei Statuen, erhalten geblieben. Aus der frühchristlichen Zeit sind die drei Basiliken sichtbar: die Friedhofskirche, die Bischofskirche und die liturgische Kirche mit der Taufkapelle.

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