Von der spanischen Vorherrschaft bis heute

Die spanische Vorherrschaft

Grabmonument von Martino IIDie spanische Vorherrschaft auf der Insel dauerte im ganzen zirka 4 Jahrhunderte. Sie war unter Kontrolle eines Vizekönigs mit einem Feudalsystem. Das sardische Parlament, das alle 10 Jahre einberufen wurde, hatte so gut wie keine Relevanz. Die Insel lebte lange Zeit in Isolation, weit weg von den kulturellen italienischen Bewegungen, in Verfall. Sie erlebte Hungersnöte und Übergriffe der Berber: deshalb wurden an der Küste der Insel ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert eine Reihe an Aussichtstürmen, die heute sogenannten spanischen Türme, gebaut. Außerdem entwickelte sich im künstlerischen Bereich die kirchliche Architektur und Kunst. Es wurden zahlreiche Kirchen im spätgotischen Stil, im Renaissancestil und im Barockstil gebaut und in Cagliari entwickelte sich die „Schule von Stampace”, die uns wunderschöne Retabel hinterlassen hat, typisch spanische Werke, Altare mit wunderschönen heiligen Szenen bemalt.
Die spanische Vorherrschaft auf der Insel endete im 18. Jahrhundert, als Karl II ohne Erbe starb und der spanische Erbfolgekrieg ausbrach.

 

 

 Kurze österreichische Parenthese  und die savoyische Zeit

Monument von Carlo Felice1708 besetzte das österreichische Militär Sardinien, das 1713 offiziell habsburgisches Eigentum wurde. Aber zwei Jahre später wurde das Königreich Sardinien aufgrund des Londoner Vertrages an die Dukate von Savoyen, Prinzen von Piemont, abgegeben. Die Piemontesen führten ein Projekt weiter, um die italienische Sprache auf der Insel einzuführen, wo man auch bei offiziellen Handlungen auf das Kastilische und auf das Katalanische zurückgriff. Außerdem wurden der Bau von Festungsanlagen und städtebauliche Erneuerungen eingeleitet. Die Straße „Carlo Felice”, die den Norden Sardiniens mit dem Süden verbindet, wurde gebaut.
1793 bat das sardische Parlament die savoyische Regierung um mehr Autonomie und, da es auf Ablehnung stieß, entfachte sich ein anti-piemontesischer Aufruhr, der den Vizekönig dazu zwang, die Insel zu verlassen. Trotzdem regierten die Piemontesen bis 1861 auf Sardinien weiter, bis zu dem Jahr, in dem in Turin das Königreich Italien ausgerufen wurde. Das war das Ende des Königreichs Sardinien.

 

 

 

 

Das italienische Sardinien

Am Ende des 19. Jahrhunderts sah sich Sardinien von neuem Unglück getroffen, wie die Choleraepidemie im Jahre 1885. Es gab allerdings auch Progresse, wie der Eisenbahnbau oder die Entwicklung des Bergbaus, die die ersten Arbeiterorganisationen hervorriefen.
Während des zweiten Weltkrieges spielte Sardinien eine wichtige Rolle als Flugzeugträger im Mittelmeer, es litt aber auch unter zirka 15 Luftattacken und zahlreichen Bombenangriffen: im Besonderen wurde Cagliari zwischen Februar und Mai 1943 mehrere Male verwüstet und zerstört. Im Juni 1946 wurde die Republik Italien ausgerufen und im selben Jahr begann die letzte und entscheidende Malariabekämpfung.
Seit Januar 1948 ist Sardinien eine Region mit Sonderstatus, das ihr besondere Autonomie zuspricht.

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